Der zweite Blick für Bonner und Nicht-Bonner

Beiträge mit Schlagwort “Bolzplätze

Die schöne Qual der Wahl

Fokusbonn_Christian_Glatter_Foto_Ausstellung_Kulturzentrum-3Am Sonntag, 10. Mai von 11-15 Uhr bin ich wieder im Kulturzentrum Hardtberg (Rochusstraße, Bonn) und freue mich, Besucher meiner Ausstellung begrüßen zu können. 32 Bilder der Serien „Nachspielzeit“ und „Leitlinien“ hängen in der eindrucksvollen Location und wer meinen Blog verfolgt hat, konnte etwas die Entstehungsgeschichte verfolgen, besonders zu „Nachspielzeit“, den Bolzplätzen in Bonn.

32 Bilder, das klingt viel. Besonders wenn ich an die Kosten der Anfertigung, den Schweiß beim Aufziehen und Rahmen wie das Fluchen bei missglückten Versuchen denke. Gleichzeitig habe ich wieder gelernt, wie schwierig und wichtig die Auswahl ist, die Reduktion. Dann sind 32 verdammt wenig. Im Internet ist das einfach. Im Notfall haut man noch eins mehr raus, der Platz ist unbegrenzt. Für eine Ausstellung muss ich immer wieder fragen: Welche Bilder sind die richtigen und vor allem, wofür überhaupt?

Möchte ich die „besten“ Bilder ausstellen?Fokusbonn_Christian_Glatter_Foto_Ausstellung_Kulturzentrum-2 Soll die Serie komplett oder repräsentativ sein? Oder in sich rund? Doch auch hier: Was ist „gut“? Mein Geschmack, der des Publikums, die fotografische Aussage, die kreativste Idee, die emotionalste Wirkung, die „schönsten“ Bilder? Was ist „komplett? Die variabelsten Sichten, die repräsentativsten Orte, die umfänglichsten Stimmungen? Was ist die Klammer um eine Serie? Die „soziologische Aussage“, die Geschichte von Bild zu Bild, meine persönliche Beziehung zu den Orten, die ästhetische Gesamtwirkung?

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Vote for your Bolzplatz: 10 aus 30

For an exhibition I need your help by selecting your 10 (or less) favourite football grounds! Vote!

So, es ist vollbracht. Ich habe 30 Bolzplätze in Bonn besucht und war immer wieder über die Vielfalt erstaunt. Vielleicht lag es auch daran, das durch die Gleichheit (2 Tore, 1 Feld, 1 Zweck) die Unterschiede mehr zum Vorschein kamen. Wie die Spielfelder Spuren der Zeit aufweisen. Wie sie sich aktuell zwischen Infrastruktur und Architektur einbetten. Wie sie als zukünftiger Treffpunkt gepflegt werden. Ein Querschnitt des urbanen Raums.

Ab 19.4.15 (Vernissage 11 Uhr, alle sind herzlich willkommen) stelle ich eine Auswahl davon unter dem Motto Nachspielzeit im Kulturzentrum Hardtberg in Bonn-Duisdorf aus und habe noch keine Ahnung welche Bilder.

Helft mir. Markiert unten in der Umfrage eure 10 Lieblings-Plätze (oder weniger). Die Nummern stehen unter den Bildern. Besser: Großansicht per Klick.

Hier geht es zur Umfrage:

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Kicking – Drei Plätze

Inzwischen habe ich 20 Plätze besucht, alle mit zwei Toren und meistens rechteckig. Hatte ich vor dem kleinen Projekt gedacht, dass mir irgendwie die Puste ausgeht, „immer dasselbe zu fotografieren“, fühle ich mich wieder mal bestätigt, das (für mich) Spannende im vermeintlich Normalen zu suchen.

Kicking_Fokusbonn (5 von 6)

Rheinauen

 

Kicking_Fokusbonn (1 von 6)

Schießstandweg

 

Kicking_Fokusbonn (2 von 6)

Schießbergweg

 


Kicking – Zeitweise lost

Ich habe mich gefragt, was mich an diesen brachliegenden Bolzplätzen (hier mehr) eigentlich so fesselt, dass ich mich dort unter Umständen eine Stunde aufhalte. Ich glaube, dass es eine Verbindung zu der Fotokultur der „Lost places“ gibt, wo man Verfall und den Charme des Morbiden erleben kann, alte Geschichten entdecken und funktionlose Funktionsorte für sich wirken können. Diese Plätze sind einst eingeschlafen und liegen inzwischen oft im Koma, kurz vor dem finalen Todesstoß.

Bolzplätze dagegen befinden sich gerade im Herbst und Winter in einer Zwischenwelt. Nicht wach, nicht im Koma, sondern eingedöst mit der Ungewissheit, wann und wie sie wieder aufwachen. Es haben den Status von „Temporary lost places“. Eben nicht nur vergangen, sondern mit diffusen Zukunftsaussichten. Das kann vergessen am Stadtrand sein oder ignoriert mitten in der Stadt.

Kicking_Röttgen (3 von 10)

Villiper Allee

Kicking_Fokusbonn (6 von 6)

Maxstraße