Der zweite Blick für Bonner und Nicht-Bonner

Eckige Wände

Für 5 Minuten – Der Einstieg in die Toiletten-Fotografie

Toiletten V (3 von 5)Oft werde ich gefragt: „Mensch, Christian, wie machst du das?“ Und  tatsächlich hält die Kunst der Toiletten-Fotografie so mache Kniffligkeit bereit (hier die komplette Galerie). Blaue Augen, runtergespülte Iphones oder peinliche Verwechslungen sind nur ein paar Nebenwirkungen.

Als Pionier dieses aufstrebendes Trends, einer ganz neuen Sparte der schonungslosen Realfotografie möchte ich Ihnen ein paar wichtige Leitregeln verraten, die einen schmerzlosen und günstigen Einstieg in die Toiletten-Fotografie geben.

Toiletten V (1 von 5)Der richtige Sitzplatz:
Halten Sie die WC-Tür im Auge und zählen, wieviele Leute rein- und rausgehen. Wenn Sie sich nämlich beim Besuch auf Toilette nur mal umschauen, unverrichteter Dinge wieder rausgehen und nach fünf Minuten einen neuen Versuch starten, kann das auffallen. Außerdem ist es immer schlecht, wenn man in der Unterzahl ist.

Vorbereitungen:

Kamera in der Hand halten und den Finger auf dem Auslöser. Jede Sekunde zählt. Jedoch noch nicht den Reißverschluss als Alibi aufmachen. Das kann zu Panik führen. In der Toilette die Lage sondieren. Tür im Blick halten, aber Achtung: Auch aus der Deckung der Kabinen droht Gefahr. Solange man noch kein Klopapier rascheln hört, Ruhe bewahren. Trotzdem Ton vom Smartphone abstellen. Bei einer Spiegelreflex beim Auslösen laut husten.

Toiletten V (1 von 1)Einstellungen:

WCs sind dunkel. Man muss ein ruhiges Händchen haben, denn ein Stativ schafft Aufmerksamkeit und versperrt wichtige Laufwege. Das heißt hohe ISO Zahl und kurze Zeit. Kurz fokussiert und abdrücken, also den Auslöser, meine ich. Das ganze muss in 5 Sekunden gemacht sein. Wer zu lange fokussiert, läuft Gefahr abzubrechen. Und Zurückzucken ist feige.

Höflich sein:

Sollte die Toilette hoch frequentiert sein, muss das Motiv erst freigestellt werden. Ein „Wie lange dauert das denn noch?“ bringt nichts als Verstopfung. Auch am Standbecken läuft dann gar nichts. „Können Sie mal kurz einen Schritt zur Seite gehen?“ ist dagegen freundlich und lösungsorientiert, ohne den Besucher zu unterbrechen.

Objektiv:

Ein monströses Teleobjektiv ist kontraproduktiv. Nicht nur, dass zwangsläufig produzierte Close up‘s  das Thema verfehlen, sondern man kann auch ganz schön damit anecken. Sowohl beim Nebenmann wie auch an engen Türen. Ein Smartphone kann Wunder wirken. Im Notfall kann man sagen, man wolle gerade ein Selfie machen vor den schönen Fliesen. Bei 300mm Brennweite unglaubwürdig.

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Erwischt werden:

Sollte jemand tatsächlich sehen, wie sie direkt über der Klobrille angestrengt am Smartphone rumfummeln, dann am besten mit ernster Mine auf das Display schauen und mit dem Kopf schütteln, als hätte man gerade eine furchtbar traurige SMS erhalten. Nur nicht im Querformat in Augenhöhe, das könnte misstrauisch machen.

Toiletten V (5 von 5)Achtung: Bei einem Fotoapparat bringt das nichts. Dann hilft nur noch auf das WC Emblem zu zeigen  im gebrochenem Deutsch zu fragen, ob das der Ausgang für Männer sei. Sie wollten ein Bild von der Umgebung machen.

So, das sollte für’s erste für weitgehend verletzungsfreie Fotos reichen. Nach etwas Eingewöhnung Ihrerseits werde ich in ein paar Wochen  die zweite Lektion vorstellen „Unterwasserfotografie – Sanitäre Blickwinkel mit Tiefgang“.

Für 5 Minuten IV

Ich war wieder unterwegs für euch (hier, hier und hier ja auch schon). Habe extra viel getrunken, um die Plätze Bonns aufsuchen zu können, die so widersprüchlich sind wie keine andere: Man will nicht hin, aber verspürt einen unbändigen Drang nach ihnen.


PABUCA Outtakes: Homes

Im Rahmen von PABUCA Homes habe ich mich etwas  in Häuser Bonns hineingefühlt. Zugegeben, ein bisschen paranoid ist es ja, aber irgendwie flüstert jedes Haus eine Botschaft zu seinen Bewohnern. Ob schützender Mantel oder selbsterschaffenes Monster, bemutternd oder abgründig. Welche Botschaft passt zu welchem Haus?

Versuch’s selbst. Ordne die Botschaften zu:

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Steinerne Zeugen

Die Kreuzbergkirche in Bonn. Ein Ort mit Geschichte (siehe Link). Inklusive heiliger Stiege, über die man sich auf Knien „raufbeten“ kann und allem PiPaPo an Malerei und Bildhauerei. An sich mag ich diese sakralen Leidensgesten der Statuen und Bilder nicht, die mir ein schlechtes Gewissen machen wollen, aber dieser Ort strahlt selbst an einem schönen Samstag Nachmittag nach herrlicher Sicht über Bonn eine angenehme Ruhe aus.  (Klick auf Mosaik für Großansicht)


PABUCA Outtakes: Corner

Corner, das neue Thema auf PABUCA. Zwar setzen wir die Themen selbst, aber wissen auch nie, auf was wir uns einlassen. Kein leichtes Thema, ohne unspezifisch zu werden, denn immerhin soll es ja nicht weniger als die Seele der Stadt abbilden (So, wer jetzt auch Lust bekommt, seine Stadt zu erkunden, melde sich ganz unverbindlich hier an).

Ecken verbinden, haben aber wenig Eigenständiges. Hier eine Auswahl ganz unspektakulärer Exemplare aus dem Archiv, die hier in anderem Kontext teilweise schon aufgetaucht sind. Ich finde es aber immer wieder interessant, wenn Bilder in einer Serie einen ganz anderen Schwerpunkt bekommen. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


PABUCA Outtakes: Architektur

Ging doch gut los mit PAPUCA, unserer neuen urbanen Fotoaktion. Tolle Beiträge direkt zum Start, interessante Städte, reger Austausch. Wer dies auch so sieht, melde sich hier doch einfach an oder trage es raus in die Welt. 🙂

In der zweiten Runde Architektur wird es jetzt richtig städtisch. Und die Frage, welche drei Fotos ich wähle, fiel mir nicht leicht zu beantworten, da aus meiner Sicht Architektur auch das 0815 Reihenhaus umfasst, wenn es denn das Stadtbild prägt.

Ich entschied mich für dennoch die Mischung aus Bonner Wahrzeichen (Posttower), Bonner Identität (Ministerium) und Bonner Vorort-Architektur (Edith Stein Kirche, Brüser Berg).

Deshalb hier jetzt die andere Art der Architektur, so wie sie in Bonn so üblich ist (Paar dürften schon bekannt sein). Stinknormal. Ich liebe es aber irgendwie. Wie praktisch, dass auch Paleica beim Magic Monday das Thema „architektonisch“ gewählt hat. (Klick auf Mosaik für  Großansicht)


Fassadenspiele II

Das Kunstmuseum Bonn und die Bundeskunsthalle. Unerschöpfliche Quelle für weitere Architekturansichten (Hier der erste Teil). Gibt es auch in Eurer Stadt typische Architektur? Oder so typisch, dass sie gar nicht mehr auffällt? Dann zeigt sie uns hier auf PABUCA.


B9

Für PABUCA* ging ich auf die Straße. Genauer auf die B9. Für Motive rund um Themen  wie „Traffic“ oder „Architecture“.

Die B9 ist die Nord-Süd-Achse durch Bonn. Quasi eine Lebensader, in denen das Blut aber nicht pulsiert sondern einfach fließt (oder wabert). Keine Flaniermeile, kein Super-Highway. In der Mitte wird gefahren und rechts und links davon gearbeitet (Okay, die Museumsmeile, Bonns kulturelles Zentrum liegt auch noch an ihrer Seite). Und ansonsten kommt man von A nach B. Und wenn man nicht mit 60 kmh an ihnen vorbeibraust, findet man Motive, die sich hinter der funktionellen Fassade verstecken.

*PABUCA: The new blog and meeting point for urban photographers: One theme, two german towns, three pichtuere from you. Join here!


Fassadenspiele I

Zwischen Kunstmuseum und Bundeskunsthalle auf der Museumsmeile in Bonn. Mit ihrer Umgebung verwoben bietet die Architektur ganz eigene Ansichten. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


It’s business I

Ministerien, Bundesbehörden, Institutionen, Ex-Monopolisten wie Deutsche Telekom und Post. Bonn ist geprägt von Staatsmachtzentren der deutschen Geschichte. Das mag man nicht schön finden, aber es bleibt imposant durch die geballte Konzentration von Monumenten der Bürokratie. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


Hardtberg: Baustellen

Aus der Serie „Fokus Hardtberg“: Lärm, Naturvernichtung, Rendite. Oder Aufbruch, Ästethik, Raum. Baustellen -irgendwo heimatlos zwischen alt und neu- strahlen etwas Zwiespältiges aus. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


Sweet home again

Teil 2 der Hoch-, Reihen-, Einfamilien-, Mehrfamilien-, Bungalow-… Heime. (hier Sweet home, Part I) Klick auf Mosaik für Großansicht.


Sweet home

Wohnhäuser und Wohnungen. Kulisse rechts und links der Straße. Allgemein gesehen wertlos für die meisten außer Schatten zu spenden. Und doch für die selben Menschen Hafen der Energie. Aber nur persönlich gesehen. Nach außen dringt nur ein dumpfes Flüstern.


Nüchtern betrachtet

Nüchtern betrachtet sind ein Büro oder eine Werkshalle Funktionsgebäude. Sie sollen möglichst effizient Menschen und Maschinen beherbergen und vernetzen. Meistens strahlen sie genau diese Sachlichkeit aus, manchmal nur blitzt etwas ungewöhnlich Lebendiges auf, in Form oder Beiwerk. Nur Gebäude wie der Post Tower verlieren selbst bei Regen nicht das, wofür sie extra hochgetunt wurden. Sie bewahren im wahrsten Sinne des Wortes ihre Fassade. (Klick auf Mosaik für Großansicht)

 

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Hardtberg: Ecken

Aus der Serie „Fokus Hardtberg„:

Ecken haben keine eigene Rolle im rauhen Leben draußen auf der Straße. Irgendwo hört etwas auf und geht dann im rechten Winkel weiter. Dazwischen ist eine Ecke. Wenn es gut läuft. Manchmal fängt auch was neues an. Dann gehören sie weder zum einen noch zum anderen. Wenn man sie aber mal zusammen lässt, dürfen sie zeigen wie unterschiedlich sie sind. Manche offenbaren sich in all ihren Facetten, manche juckt das gar nicht und sind, was sie immer sind: Einfach da. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


10 x 4-7 im Quadrat

Bonn: Start am Hochkreuz, hinter den Ministerien und über die Autobahn in die Rheinaue, dann zum Post-Tower. Von dort mit Bus und U-Bahn zum Münsterplatz, Pause im Irish Pub und zum Busbahnhof. Das alles von vier bis sieben mit der Kamera im Anschlag. (Klick Mosaik für Großansicht)


Hausgeister aus Stein

Aus der Serie „Fokus Hardtberg„:

Abgeschirmte Festung, heimeliges Nest, prestigeträchtiger Prunkbau, sinnsuchende Lebensprojektion, gut angelegtes Häusle oder einfach ein Dach über dem Kopf. Jeder misst seiner Behausung einen anderen Wert zu. Und lebt danach und darin, täglich, mehrere Stunden, in einer sich gegenseitig prägenden Beziehung. Je nachdem, wie die Erwartungen erfüllt werden, in Harmonie, Zweckgemeinschaft oder Leere. Und ohne einen Blick ins private Gemach werfen zu können, flüstern die Steine aus ihrer gutmütigen oder auch abgründigen Seele. Man muss sie nur lassen. (Klick auf Mosaik für Großansicht)


Hardtberg: Institutionen

Aus der Serie „Fokus Hardtberg“:

Schulen, Kirchen, Ämter, Krankenhäuser: Täglich wirken sie wie Magneten. Ziehen ihr Publikum an oder stoßen es ab. Begleiten es meist in zeitlich begrenzten Lebensphasen, sind aber kontinuierlich vor Ort. Interessant, wenn man ihnen mal ganz ohne Grund außerplanmäßig begegnet. (Klick auf Galerie für Diashow)