Der zweite Blick für Bonner und Nicht-Bonner

PABUCA Outtakes: Night

Neues Thema bei PABUCA: Night.

Fotografisch immer wieder eine Herausforderung, gerade in der Stadt mit solch vielen Lichtquellen, die hinterher so überstrahlen, dass sie optisch alles plattmachen oder alternativ alles andere absaufen lassen.

Und natürlich die Verwacklungsgefahr (damit meine ich nicht die Bewegungsunschärfe des Objektes, wenn gewollt). Es gibt ja Motive, die erst wirken in ihrer Beiläufigkeit, wenn sie verwackelt sind. Flüchtige Momente, gerade erwischt und eingefroren. Oder der Effekt diffuser, distanzierter Stimmungen – wie in der Musik das gewollte Knistern einer LP oder ein quäkendes Megaphon.

Ich frage mich trotzdem erstmal, ob dieses Motiv aussagekräftiger wäre, wenn es scharf wäre. Kann ich das bejahen, landet es in der Tonne. Und das passiert oft. Dann ist es schlichtweg mit den falschen Mitteln fotografiert für mich, ein fauler Kompromiss.

Schlimmer noch, wenn es nur leicht verwackelt ist. In dem Fall tritt der Effekt sofort als Fehler in den Vordergrund. Es macht mir keinen Spaß mehr, das Bild zu betrachten. Schade um die Situation, sei sie noch so außergewöhnlich, aber es ist dann so wie ein virtuos gespieltes Solo, bei dem während  der Aufnahme die ganze Zeit ein Transistor brummt. Der Hörgenuss ist flöten.

3 Antworten

  1. Pingback: Bonn, Bochum, World: NIGHT | PABUCA

  2. Ist ein Foto gut oder schlecht? Ist es nur schlecht, weil unscharf? Ist es nur gut, weil unscharf? – Eine viel geführte Diskussion….. wohl vor allem deshalb, weil ein Foto (auch unter „künstlerischen“ Ansprüchen) zur Massenware verkommen ist und wir immer und überall mit Bildern konfrontiert werden, dessen Verfasser vons ich glaubt, er sei Fotograf nur weil er ein „dickes Technikteil“ in der Hand hält.
    Wie schade, dass so viele einen so geringen Anspruch an sich selbst haben. Ich weiß, es klingt elitär, aber mich langweilt so vieles an Fotos im Netz… (wie scheinbar dich ja auch).

    Mir ist ein eigener Anspruch (was will ich eigentlich?) und ein „künstlerischer Ansatz“ wichtig. – Erfüllt ein Foto diesen Anspruch, dann darf es auch unscharf oder abgesoffen sein.
    Im übrigen gefällt mir genau dieser Anspruch bei deinen Arbeiten. Nicht alles gefällt, aber immer ist ein persönlicher Anspruch erkennbar. Das macht mir Freude.
    Lg,
    Werner

    26. März 2014 um 3:30 pm

  3. „Mir ist ein eigener Anspruch (was will ich eigentlich?) und ein “künstlerischer Ansatz” wichtig. – Erfüllt ein Foto diesen Anspruch, dann darf es auch unscharf oder abgesoffen sein.“

    Da stimme ich uneingeschränkt zu! Genau so ist es!
    Alles hat seine Berechtigung, wenn es den Anspruch an die eigentliche Bildaussage erfüllt.

    Das „dicke Technikteil“, wie du es so gut nennst, unterstützt den Anspruch nur. Beim Automatik-Modus, wie es die Kamera so auspuckt oder „Ups, was ist daraus denn geworden“… erkenne ich oft nicht den Zugang zum Motiv, was für mich aber die Seele ausmacht. Da fühle ich mich nicht mitgenommen. Das liegt aber auch teilweise an mir.

    Ich denke auch -hast du ja auch schon irgendwo geschrieben- dass du mit einer Idee an das Foto gehst, und dabei die weite Range, die eine gute Kamera bietet auch ausnutzt. Das sieht man sofort.

    Danke auch sehr für die letzten Sätze. Die tun gut! 🙂

    26. März 2014 um 4:00 pm

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