Der zweite Blick für Bonner und Nicht-Bonner

Die 3 wichtigsten Fotos 2013

Angeregt durch die Aktion von kwerfeldein habe ich noch einmal mein fotographisches Jahr 2013 vor meinen Augen vorbeiziehen lassen und nach den für mich wichtigsten Fotos 2013 gesucht. Mit der Betonung auf „wichtigsten“ und nicht „besten“ Fotos. Dabei habe ich bemerkt, dass man den Top 3 jeweils ein Wort zuordnen kann, das meine Einstellung zur Fotografie erneuert hat. Wer will, nehme sich ein paar Minuten Zeit.

No. 1: Geduld

A long wayIch hatte das Bild die ganze Zeit im Kopf. Der Weg einer Schnecke auf einer Straße aus ihrer Perspektive. An vielen Tagen sah ich die Schnecken vom Fahrrad aus. Aber ich hatte entweder keine Kamera dabei oder sie machten nicht das, was ich will, wobei sie bekanntlich noch so langsam sind, dass ich nicht auf den richtigen Moment warten wollte. Gestellte Aufnahmen waren für mich ausgeschlossen. Also nahm ich mir fest vor,dieses Foto zu machen und steckte täglich die Kamera ein. Nur die Schnecken scherten sich nicht darum. Bis ich eben nach mehreren Wochen dieses Exemplar erwischte. Seitdem habe ich faktisch bei jeder Gelegenheit eine (Kompakt)kamera dabei. Ich suche nun fokussiert nach einer Stimmung oder Situation. Nur wenn ich sie konkret suche, finde ich sie auch.

No. 2: Der zweite Blick

TorblickLange Zeit hielt ich nach den Motiven Ausschau, die „flashen“, deren Wirkung sofort auf denn Betrachter und natürlich auch mich überspringt. Unmittelbar wie ein atemberaubendes Naturschauspiel, eine emotionsgeladene Szene, ein abstraktes Farbenfeuerwerk oder einfach ein interessantes Motiv. Bis ich im Rahmen meines Projektes „Fokus Hardtberg“ bewusst Ecken aufsuchte, denen ich zuhören musste, Szenen die flüstern. Erst der zweite Blick erschließt ihre Seele. Ich empfinde Orte, die sich mir erst offenbaren müssen inzwischen deutlich spannender als das spektakuläre Motiv. Dabei muss ich mir bewusst machen, dass sich die Betrachter diese Zeit aber nicht unbedingt nehmen, meine Bilder vielleicht belanglos finden. Bei der Auswahl für meine Ausstellung habe ich diesen Aspekt ausgeblendet und bestimmt auf das ein oder andere Aha! verzichtet. Aber diese Orte brauchten ein Podium für mich. Es hat sich gelohnt. Das Foto war quasi eines der ersten Fotos, denen ich ein ein  Platz in der Ausstellung „garantierte“, bei dem ich sagte: „In diese Richtung soll es gehen: Der zweite Blick“

No. 3: Tu es!

Love

Streng genommen gehört dieses Bild (Titel „Love“) nicht zu 2013, sondern Dezember 2012, als ich mit einem Freund und einer russischen Fotografin in Twer, Russland eine Ausstellung mit dem sperrigen Titel  „Deutsch-russischer visueller Dialog“ eröffnete, die Begriffe der Nationalhymnen aus drei unterschiedlichen, fotografischen Blickwinkeln zeigte (anschließend in Moskau). Es hat auch nichts mit Bonn zu tun. Aber es war Ausgangspunkt für meine Motivation 2013, meine Fotos weiterhin zu präsentieren. In diesem neuen Blog, in Ausstellungen, in Wettbewerben. Nicht um reich und berühmt zu werden, sondern um kreative Ziele zu haben, die mich abtauchen und auftanken zu lassen, was die beiläufige Gelegenheitsknipserei nicht schafft. Die Ausstellung in Russland mit viel Vorbereitung, Gestaltungsaufwand, Organisation und auch Investition zeigte mir damals, dass es sich lohnt.

Ich freue mich, wenn Ihr alle weiterhin dabei bleibt und werde in Kürze ein neues Projekt vorstellen zusammen mit meinem Freund, wofür ich auf Eure Mithilfe hoffe.

12 Antworten

  1. Die Ausführungen zu No2 gefallen mir besonders gut, natürlich auch das Bild 🙂 „Die wahre Schõnheit liegt immer im Auge des Betrachters“

    11. Januar 2014 um 7:31 pm

  2. Starke Komposition bei Bild 2!

    11. Januar 2014 um 8:04 pm

  3. Sehr cooles Bild und eine tolle Entstehungsgeschichte. vielleicht solltest du dich in die Künste von Schneckenflüsterer einarbeiten. Aber du hast recht, jetzt hast du ja schon ein geniales Ergebnis.

    12. Januar 2014 um 12:56 am

    • Danke sehr. Schneckenflüsterer? Das dauert mir zu lange 😉

      12. Januar 2014 um 11:43 pm

  4. Fabulous set of images. I especially like the chess pieces. Thanks so much for visiting my blog and liking a post. I invite you to visit again soon and follow too! I really like your work and look forward to folioing future posts. Robyn

    5. Februar 2014 um 6:30 pm

  5. SUPER!

    10. Februar 2014 um 11:36 am

  6. Nadine

    Klasse Bilder! Die Perspektive der Schnecke ist echt eine super Aufnahme und du hast auch eine erwischt, die nicht irgendwie nach nichts aussieht (Schöner Panzer mit Struktur etc.). Bild 2 ist von der Idee her auch echt Spitze! Finde dieses „Bild-in-Bild“ mit dem Tor und den daraus entstehenden Fluchtpunkten im Zentrum sehr gelungen!

    1. Mai 2014 um 10:57 pm

  7. Pingback: Spinnerei mit Schnecken an Board | westendstories

  8. Pingback: Die vier wichtigsten Fotos 2014 | Fokus Bonn

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